die anderen über mich


2004 viertes solostück:
"superstar?"

PETER BLAU:
freier Journalist u.a.
profil, STANDARD

Der Schmerz mir im Gebein...Hilde Fehr – Superstar ?

Heureka ! Hilde Fehr erzählt ! Sie sagt keine Geschichten mehr in bravem Theaterdeutsch auf, sondern plaudert in einem entspannten Tonfall, dem ihr für unsere ostösterreichischen Ohren so exotisches Idiom höchst sympathische Akzente verleiht.

Auch wenn es sich bei dieser Sprache abermals um ein speziell für die Bühne entwickeltes Kunstprodukt handelt, wirkt sie authentisch und natürlich. Und sie verstärkt den Eindruck, dass sie ihrem Publikum gewissermaßen frei von der Leber weg, ungekünstelt und unverkrampft aus ihrem merkwürdigen Leben berichtet.

War nur ein Scherz...!Im Fall von “Superstar ?” liegt das klarerweise auch an der Story, die sich über weite Strecken eng an ihre tatsächliche Vita hält. Vermutlich. Auf jeden Fall wirkt sie glaubwürdig. Und darauf kommt es an.

Die Kombination der drei Faktoren – Sprache, Vortragsstil und Inhalt – bewirkt, dass ihr mit “Superstar ?” fast schon so etwas, wie ein qualitativer Quantensprung gelingt.

Im Grunde genommen ist es ja die ganz banale Geschichte eines Mädchens, das trotz erheblicher Ängste vor der weiten Welt ihrem provinziellen Dasein und der familiären Enge unter allen Umständen entfliehen möchte. So zweigt sie dennÄah? mutig ab vom vorgezeichneten Vorarlberger Weg, hängt ihren brav erlernten Job als Volksschullehrerin an den Nagel, nimmt Schauspiel-Unterricht und beschließt, in Hollywood Karriere zu machen. In Hollywood ? Nein, das ist dann doch “a bizle weit weg”. Also in Paris. Oder zumindest in Wien. Doch vor lauter Angst und Verdauungsproblemen – “Der Dünnschiss war mein treuester Begleiter” - will ihre Karriere nicht in Schwung kommen. Also greift sie zu drastischeren Mitteln, um endlich Superstar zu werden.

Muss noch wer aufs Klo?Ab diesem Moment sind es dann weniger ihre mit Charakter-Karikaturen gespickten, pointierten Anekdoten, mit denen sie ihrem Programm Witz verleiht, sondern ihre fröhliche, bisweilen schwarzhumorige und gelegentlich ins Groteske abgleitende Phantasie.

In keinem anderen ihrer Programme ist es Fehr gelungen, ihre Qualitäten so wirkungsvoll zur Geltung zu bringen.

“Superstar ?” verzichtet auf die im Kabarett oft gepflogenen Stilmittel desJuhu, Geschenke!! hintergründigen Humors und der analytischen Satire. Das Stück hat eine simple Handlung und endet mit einer simplen Moral : Der Sinn des Lebens liegt in der Suche nach Glück. Oder auch : Der Weg ist das Ziel. Und genau das gilt auch für das Programm selbst : Es ist nicht die Story, sondern die vielen kleinen Spotlights auf die mit ihr verknüpften situationskomischen Erlebnisse, die den Abend zu einem vergnüglichen Erlebnis machen. (pb)

WWW.KABARETT.AT

Hilde Fehr „Superstar?“: Sterben für's Berühmtsein!

Was tut man nicht alles, um berühmt zu werden? Hilde Fehr stirbt sogar dafür.

Wo ein Wille, da ein Loch!
Hilde Fehr im Zwiespalt: Sie will als Schauspielerin Berühmtheit erlangen, traut sich aber über die Grenzen ihrer Heimat Vorarlberg nicht richtig hinaus. Schon der bloße Gedanke an die Großstadt Innsbruck versetzt sie in Angst und Schrecken. Dennoch – eines Tages fasst sie sich ein Herz: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Loch im Arlberg!“ Ab nach Hollywood! (oder fast so weit...)

Hilde unbremsbar!
Nun lässt sich Hilde von nichts und niemanden mehr aufhalten. Auch nicht von den zwei bösartigen Lästermäulern in Gestalt von Barbiepuppen seitlich der Bühne, die sich ungerührt und unaufhörlich über Hildes „Misserfolge“ amüsieren. Ein witziges, ausgefallenes Detail am Rande, das wie ein roter Faden durch das Stück führt.

„Todsicher ins Fernsehen!“
Auf ihrer humoristischen Suche nach Erfolg macht Hilde Fehr in Linz, Paris und Wien Station, aber Ruhm und Prominenz lassen auf sich warten. Da greift Hilde Fehr zu härteren Kalibern: Sie stößt eine alte Dame von der Reichsbrücke, macht einen Parksheriff mit Superkleber an ihrem Auto fest und inszeniert am Ende die eigene Beerdigung. Schließlich würde schon so mancher Künstler erst nach seinem Tode entdeckt...

Der Effekt bleibt aus.
Außer einem explodierten Traktor und einer lakonischen Todesanzeige in den Vorarlberger Nachrichten ist nix gewesen. Die Familie interessiert sich mäßig für Hildes Tod („schad' um den schönen Traktor“), Fernsehen, Radio und Presse rühren kein Ohr, Barbara Rett nimmt keine Notiz. Hilde zu diesem schweren Schlag: „Eine jämmerliche, peinliche Angelegenheit. Da kann man nur froh sein, dass man offiziell schon tot ist.“

„I wia a Schtar!“
Als sie schon knapp am Aufgeben ist, stellt sich der Erfolg schließlich doch noch ein. Hilde Fehr wird ein Star in Hollywood und genau das behagt ihre am Ende eigentlich weniger. Außerdem muss sie für ihre steile Karriere um ein Haar mit der wirklichen Frau Tod abrechnen...

Mehr! I glaub des hätt´a Strip sein sollen!
Zuerst Landei, dann „scheintot“, dann Superstar und dann fast wirklich tot. Eines kann man wohl sagen: Hilde Fehr macht in ihrem pointierten und ideenreichen Stück „Superstar?“ eine ziemliche Entwicklung durch. Die Kehrtwendungen kommen unerwartet, die Ideen sind ausgefallen und die vielen Rollen des Stücks werden von Hilde Fehr professionell verkörpert. Da schreien nicht nur die bösen Barbies: „Mehr, mehr!“

VN
ein landei mit starqualitäten

premiere des neuen „fehr-wöhn-programms“ der vorarlbergerin hilde fehr

es wäre doch gelacht, wenn aus einem landei kein superstar zu machen wäre. eine frau, ein wort, denn wo ein wille ist, ist auch ein „loch im arlberg“, wie hilde fehr treffend feststellte. dass humor nicht zwischen stadt und land unterscheidet, zeichnete sich am voll besetzten theater am alsergrund ab. denn, begleitet von zwei ständig lästernden barbiepuppen, macht sich die humorvirtuosin fehr neuerdings als „superstar in spe“ auf die suche nach ihrem erfolg. dabei nimmt die gebürtige feldkircherin nicht nur den erblich bedingten „häuslebauzwang“ des vorarlbergers und das ungeschriebene gesetz, sich stets so unauffällig wie möglich zu verhalten, gehörig aufs korn.

ironie

wollte man hilde fehr aber als reine analytikerin der vorarlberger volksseele betrachten, würden sie und ihr ironisch-kreatives stück beträchtlich unterschätzt. auch die ereignisse, die die welt jenseits des arlbergs in atem halten verpackt fehr in pointen. denn wer kennt sie nicht, die fernsehshows, in denen sich ganze nationen auf die suche nach ihrem superstar begeben? dabei hat sich hilde fehr allen talentsuchern zum trotz, schon längst selbst entdeckt und heftet sich in ihrem neuen soloprogramm auf die fährte der schillernden glitzerwelt der stars. so geht sie unter anderem der interessanten frage nach, wie es zu bewerkstelligen sei, das interesse der regenbogenpresse auf den „frisch geschlüpften“ star zu lenken. welche maßnahmen aber sind zu ergreifen, wenn sich der gewünschte erfolg nicht einstellen will? ganz einfach, man täuscht den eigenen tod vor und heimst zumindest posthum den begehrten ruhm ein. hilde fehr begegnet der neuen trendsportart „wie werde ich ein star?“ mit ironie und einer geballten ladung an lachsalven.

 



2002 drittes solostück:
"reduziert"

NEUE:
Vorarlberger Heimat
Ein starkes Stück Kabarett

Bludenz, geschmälert sollten nur kabarettistische Erfolge, die kopiert wirken, mit "not fair play"-Regeln versehen oder fern jeglicher Realität liegen. Hilde Fehr umgeht findig alle drei Richtschnüre und bringt in ihrem brandneuen Programm die Dinge, übersät mit ausgiebig Sarkasmus und Ironie, exact auf den Punkt.
Den Bezug zur Wirklichkeit verliert sie dabei niemals. ImTtitel ihres neuesten Solos "reduziert" bezihilde fehr in actioneht sich die bodenständige vorarlberger Komikerin Hilde Fehr nicht nur auf das Frausein alleine, sondern um Rollenbilder ganz im allgemeinen. So pendelt sie in ihrem "one-woman"-Stück von der absolut unfemininen, alleinerziehenden Kickboxerin über ihren schwulen Freund mit Tussiverhalten zum lüsternen Frauenminister bis hin zum "Macho"Exehemann. Überspitzt taucht sie in all diese Klischees tief ein, um am Ende doch wieder völlig "reduziert" auf ihre eigenen Unzulänglichkeiten als Frau dazustehen. Die schauspielerischen Überzeugungsmittel, nach denen sie greift, reduzieren sich auf ihren rollenübergreifenden Stimmwandel und ihrem bewegten Minenspiel. Kein blatt nimmt sich Hilde Fehr vor den Mund, wenn es um die Karikatur ihreGeschlechtskolleginnen geht. Die männlichen Mitspieler degradiert sie knallhart zu herrschsüchtigen Witzfiguren, die nur sexgesteuert agieren. Schubladen öffnet Hilde Fehr, um ihre mitwirkenden Darsteller streng nach Vorstellungen zu sortieren. Ein wenig katigorisierend, aber Kabarett lebt nun einmal von Übertreibungen, in denen sich die Zuschauer selbst oder einen ihrer geliebten Mitmenschen finden.

VN:
Der Kampf ums Frausein

Bludenz. In Wien hat das Programm bereits großen Anklang gefunden. Gestern Abend stellte die aus Feldkirch stammende Kabarettistin Hilde Fehr ihr Stück "Reduziert" erstmals in Vorarlberg vor, und zwar in der Remise Bludenz.

Welche Eigenschaften eine "richtige" Frau haben soll, welcher Gang, welche Gestik und welches Erscheinungsbild normgetreu sind, darum hat sich die Kickboxerin Hilde Fehr bisher wenig gekümmert. Sie interessiert sich hauptsächlich für Sport und wird allgemein ein "Mannsweib" genannt. Ihr Mann hat inzwischen eine 17-Jährige vorgezogen, was die selbstständige Fehr jedoch nicht wirklich berührt. Nun sind auch noch ihre beiden Kinder entführt worden.

Spiel mit Klischees
Um sie wieder zu bekommen, muss sie zwar kein Lösegeld bezahlen, dafür aber - und das ist für Hilde Fehr die größte Strafe überhaupt - eine Misswahl gewinnen. Ein Glück, dass sich ihr bester Freund mit der Weiblichkeit so gut auskennt. Von ihm wird sie nun in die hohe Schule des Frauseins eingewiesen. Innerhalb von zwei Wochen lernt Fehr, auf einem güldenen Bändchen zu schreiten, statt wie ein Panzer daherzudonnern, das kleine Fingerchen beim Kaffeetrinken abstehen zu lassen, die richtigen Körperstellen hervorzustrecken, die falschen einzuziehen, die Haut dort glänzend zu polieren, wo sie glänzen soll, und die Haare dort wachsen zu lassen, wo sie hingehören etc. etc.

Zum Lachen ist es allemal
Die Geschichte der burschikosen Kickboxerin spinnt sich von einem Klischee zum nächsten. Was ist eine richtige Frau? Was ist ein richtiger Mann? Welches Frauenbild wird öffentlich propagiert? Was steckt hinter dem vermeintlich modernen Frauenbild verschiedener Politiker? Auf diese Fragen antwortet Hilde Fehr mit viel Witz und Ironie.

Die am Bruckner-Konservatorium in Linz und bei Le Coque in Paris ausgebildete Schauspielerin setzt weniger auf intellektuelle Wortspiele als auf Charakterdarstellungen und überzogene Rollenbilder. Allein durch Körperhaltung, Mimik, Stimme und Gestik stellt Fehr die einzelnen Personen dar und ermöglicht so einen spannenden Raum für Fantasie. Auch wenn das Thema nicht das neueste ist. Zum Lachen ist es allemal.

PETER BLAU:
freier Journalist u.a.
profil, STANDARD

Österreich hat zur Zeit nur zwei Kabarettistinnen, die nicht unter Popularitätsmangel zu leiden haben : Dolores Schmidinger und Andrea Händler. Während erstere ihre Klientel seit Jahren mit dem gleichen, bewährten Sketch- und Song-Strickmuster der Marke "Amusement mit Anliegen" erfreut, ist zweitere zuletzt auf den fast schon abgefahren Zug des privaten Befindlichkeitskabaretts aufgesprungen. Beide Maschen funktionieren, beide Künstlerinnen finden berechtigterweise ihr Publikum.
Wie erfreulich ist es aber im Vergleich, wenn eine Kabarettistin ein Programm auf die Bühne bringt, das frei von Maschen ist. Hilde Fehr weigert sich mit ihren Programmen standhaft, sich an breitenwirksamer Comedy oder mundgerechtem Nummernkabarett zu orientieren. Auch in ihrem neuen Solo "reduziert" erzählt sie primär eine Geschichte. Eine höchst kuriose überdies. Über eine alleinerziehende Kickboxerin, die eine Miss-Wahl gewinnen muss. So lautet nämlich die Forderung der Entführer ihrer beiden Kinder. Was bleibt ihr also anderes übrig, als sich ihrer äußerlich kaum erkennbaren Weiblichkeit zu besinnen und das verschüttete Feminine hervorzukehren. Also in gewissem Sinne – vor allem im männlichen Sinne – endlich gesellschaftsfähig zu werden. Ein wenig so, wie Sandra Bullock in der Kinokomödie "Mrs. Undercover".
Fehr verkörpert diese Frau mit Engagement und Spielfreude. Die männlichen Neben-Figuren degradiert sie gerechtfertigterweise zu plakativen Witzfiguren. Und diesem Umstand liegt nicht etwa vorsätzlicher Feminismus, sondern schlicht die Fähigkeit, treffend zu karikieren, zugrunde. Als "schwuler Freund" veralbert sie geschlechtsübergreifendes Tussi-Verhalten, ihr "Miss-Wahl-Moderator" wird zum sabbernden Macho und ihr "Ex-Mann" zur Versinnbildlichung des patriarchalen Chauvinismus. Recht so.

Einzig, bitte nur noch singen, wenn es falsch und schräg
klingen soll. (pb)

BRIGITTE:
Kickboxen im Kabarett

Was haben eine alleinerziehende Kickboxerin, Kindesentführung, Miss-Wahlen und der Frauenminister gemeinsam? Sie sind alle Bestandteile des neuen Kabarett-Programms von Hilde Fehr. Die Vorarlberger Kabarettistin, die mit einem früheren Stück im Ländle für Entrüstung sorgte, nimmt sich auch im aktuellen Solo "reduziert" unter der Regie von Andreas Hutter kein Blatt vor den Mund: In ihrer mit Aberwitzigkeiten gespickten One-Woman-Show über feminines Verhalten und die vielen Facetten des Frauseins, die in Vorarlberg, Wien und ganz Österreich gastiert, serviert die Kleinkunst-Newcomerin Ironie mit Tiefgang und schlagkräftige Seitenhiebe. Denn geboxt wird natürlich auch. (Alice Mandel)



2000 zweites solostück:
"wo kommen wir hin,
wenn jeder das tut, was er will"

 

KURIER:
Frauenkabarett. Halt - nicht weglesen!


Frauen machen Kabarett. Seltener als Männer, aber doch :Im Theater am Alsergrund gastiert die Vorarlbergerin Hilde Fehr mit ihrem Programm „Wo kommen wir hin, wenn jeder das tut, was er will“. In ihrem gestrengen Heimatland gab es Ovationen, dafür aber auch Drohanrufe.
Blasphemie war der noch am nobelsten formulierte Vorwurf. Das Wiener Publikum war bei der Premiere am Donnerstag weniger verstört von den Attacken gegen den Katholizismus - gut so!!
Denn Hilde Fehr hat ein hohes Potential an Bissigkeiten und Originalitäten. Das kann noch spannend werden mit ihr.
Fraulich und frech : Hilde Fehr im Alsergrund

 

STANDARD:
Kabarettistin entfacht den Volkszorn


Als die Vorarlbergerin Hilde Fehr vor fünf Jahren mit ihrem Kabarettdebüt „Einmal in meinem Leben...“ an die Öffentlichkeit trat, war im STANDARD von einer „zu beachtenden Newcomerin“ die Rede. Über mangelnde Beachtung darf sie sich auch zur Zeit nicht beklagen : Ihr zweites Soloprogramm mit dem Titel „Wo kommen wir hin, wenn jeder das tut, was er will“ erwies sich bereits bei den Voraufführungen im Ländle als probates Mittel Volkszorn zu entfachen. So begab es sich etwa in Nüziders, überschattet vom Gipfel der Entrüstung und Empörung, daß ihr geplanter Auftritt wegen Drohbriefen und -anrufen, kurzerhand abgesagt wurde : “Das ist Blasphemie und bringt uns alle in die Hölle!“ Eine überempfindliche Reaktion, die sich nur teilweise mit dem Umstand erklären läßt, daß es sich bei Hilde Fehr um eine Frau handelt : Kabarettistinnen haben hierzulande einen derartigen Seltenheitswert, daß´ihr vereinzeltes Treiben mit besonderem Argwohn beäugt wird. Bei Hilde Fehr ganz besonders, erlaubt sie es sich doch, mit tiefschwarzer Skurilität Kabarett abseits des Gefälligen zu machen: ein starkes Stück u.a. über Kinder, Kampfhunde und Kirchenlieder...

 

VN:
Der schönste Kabarettorgasmus


Das Clownhafte, -Hilde Fehr hat gerade diesbezüglich, nämlich mimisch und mit einer geradezu entwaffnenden Offenheit einiges anzubieten-, entspricht der subtilen Art, mit der sie Themen wie Gewalt in der Familie, Frauenbild der Kirche, Disziplinierungsmaßnahmen, Rollenklischees, Handy- und Medienwelt angeht. Die ekstatische Nummer, in der sie das Sexualverhalten der Frau aus der Sicht Hildegard von Bingens darstellt, gehört sicher -nicht nur weil sich der Vergleich geradezu anbietet- zu den „Höhepunkten“ des Abends... Ihr Kabarett ist alles andere als kulinarisch. Man erlebt keine Aneinanderreihungen von Wortwitz, sondern kleine Pantomimen zum jeweiligen Thema, die in ihrer skurrilen Hintergründigkeit den Moment des Angepaßten entlarvt.

NEUE:
Trautes Heim- Glück herein!
Boshafte Streicheleinheiten - tiefschwarze Pointen


Die turbulente Schlauchbootfahrt durch Stromschnellen auf einem Tisch zu inszenieren und die Besetzung reihum über Bord gehen zu lassen, überlebt Frau Rohrmoser, alias Hilde Fehr, mit komödiantischer Bravour. Schon hier merken die Zaungäste am Ufer, dass es mit der Familienidylle „Trautes Heim, bring Glück herein“ nicht weit her ist. Mit boshaften Streicheleinheiten drangsaliert das rastlose Frauenzimmer ihre Lieben und schneidert sich den Leitsatz „Wo kommen wir hin, wenn jeder das tut, was er will?“ brutal auf die eigenen Bedürfnisse zurecht. Dass im skurrilen Panoptikum des Alltags die Macht und deren Missbrauch nicht nur in der Familie oder in Beziehungen lauert, bebildert die Mimin mit kongenial respektlosen Gag-Attacken: Im Umgang mit Ausländern, mit Kampfhunden, im Fernsehen oder in der Kirche. Köstlich grotesk, wie Hilde Fehr als Schwangere Sitzengelassene unter Verspottung der Umstände guter Hoffnung ist, auf Kosten des feinen Zeugers ein feines Leben zu führen. Oder in Krisensituationen Kraft schöpft, indem sie Kirchenlieder ins Mikrofon röhrt.
Geschossen wird übrigens auch! Wer miterleben will, wen die gnadenlose Frau Rohrmoser so alles umnietet und ob unter ihren Opfern neben Ausländern auch solche aus Deutschland oder gar aus Wien sind, kann beim Shootout an folgenden Tagen und Orten dabei sein...

1995 erstes solostück:
einmal in meinem leben...
   

 

STANDARD:
...ein starkes stück selbstbewußtsein mit gesang und tanz einer zu beachtenden newcomerin...

WIENERIN:
... der feldkircher kabarettkomet brilliert mit ihrem ein-frau-stück gespickt mit jeder menge ironie und tiefgang...

NEWS:
... tip: eine unbedingt sehenswerte one-woman-show

    OÖN:
... ein exzellentes frauensolo, von der show in menschliche tiefen. die thematisierung des frauseins ist der fehr mit satirischen seitenhieben exzellent gelungen...

VN:
... das ergebnis dieser produktion ist schlichtweg hervorrragend : ironisch, witzig und einfach erhrlich.

NEUE:
... eine frau auf der bühne total mensch sein zu lassen, macht marie`s normale geschichte einmalig und deshalb so unnormal!
dieses stück wurde von 1995-1999 in über 100mal in ganz österreich, deutschland und südtirol aufgeführt, und gelangte im mai 1996 im rahmen des festivals „zeit der sirenen“ neben andrea händler, dolores schmidinger, marie theres escribano u.a. zu einer fernsehaufzeichnung im ORF.

 

"die anderen über mich..."

hast du etwas anderes erwartet? mehr persönliches?!
dann musst du meinen kanarienvogel in hypnose versetzen! der weiss alles über mich!
bis auf eines! ich werde mir bald ein paar goldfische, einen dalmatinerreigen und 7 hausschweine zulegen. ich brauch nur noch den nötigen tierpfleger dazu... und möglicherweise einen tierpsychologen, der sich dann der eifersucht meines kanarientiers und deren ursachen annimmt. ob sich dazu eher eine freudsche analyse, reichsche körperarbeit oder doch eine familienaufstellung nach hellinger eignet, muss ich mir noch durch den kopf gehen lassen!

zurück nach hause ich über mich aktuelles programm wo ich schon zu sehen war du willst mich?